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Wirtschaft und Finanzen
 
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Non-Performing Loans
Als Non-Performing Loans (übersetzt: Kredite, die nicht bedient werden) bezeichnet man Darlehen, bei denen der Schuldner seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Besonders in den USA werden diese Kredite von den Banken oft an andere Bankinstitute oder Finanzdienstleister weiterverkauft.

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Euro-Bund-Future
Future ist der englische Begriff für Zukunft. In der Finanzwelt versteht man unter einem Future ein Termingeschäft: Käufer und Verkäufer verpflichten sich, zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft einen bestimmten Finanztitel zu vorab fixierten Konditionen zu kaufen bzw. zu verkaufen. Ein Euro-Bund-Future ist ein Termingeschäft, abgeschlossen auf eine Bundesanleihe. Neben solchen Financial Futures gibt es auch Commodity Futures, also Termingeschäfte mit Waren oder Rohstoffen.

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Vorteilsabschöpfung
Wenn sich jemand durch illegale Methoden einen finanziellen Vorteil verschafft, spricht man umgangssprachlich von einer Vorteilsabschöpfung. Im ursprünglichen Sinne ist dies jedoch ein juristischer Begriff. Er bedeutet, dass illegal erlangtes Geld bei einer Verurteilung des Täters eingezogen wird und in die Staatskasse wandert. Der Vorteil, den jemand durch kriminelles Tun erreicht, wird also abgeschöpft.

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Stagflation
Dieses Kunstwort setzt sich aus den Begriffen Stagnation und Inflation zusammen. Von Stagflation spricht man, wenn eine Volkswirtschaft gleichzeitig schwaches Wachstum und eine hohe Inflationsrate aufweist.

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Volksaktie
In den 1950er Jahren hat der damalige Wirtschaftsminister Ludwig Erhard die Privatisierung staatlicher Unternehmen vorangetrieben. Zu diesem Zweck wurden stimmrechtlose Aktien zu guten Konditionen an Kleinanleger ausgegeben (z.B. VEBA und PREUSSAG) – die sog. Volksaktien. Diese Idee wurde später beim Börsengang der Telekom wieder aufgegriffen (T-Aktie), leider mit mäßigem Erfolg für die Anleger. Auch bei den Überlegungen zur Privatisierung der Bahn wurde im Herbst 2007 die Möglichkeit diskutiert, eine „stimmrechtlose Volksaktie“ auszugeben – die B-Aktie.

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Subprime-Kredite
(sprich: sabpreim) Kredite an Menschen, die aufgrund ihrer Einkommenssituation als nicht besonders zahlungskräftig gelten, werden Subprime-Kredite genannt. In diesem Segment entwickelte sich im Sommer 2007 die sog. Subprime-Krise, die schnell den weltweiten Finanzmarkt erfasst hat. Ihr Kern: Subprime-Kredite wurden in den USA in großer Zahl an Häuslebauer vergeben. Als die Zinsen stiegen und gleichzeitig die Immobilienpreise fielen, gerieten immer mehr Kreditnehmer in Zahlungsschwierigkeiten. Das setzte einen Dominoeffekt in Gang: Kleinere Banken in den USA refinanzieren Subprime-Kredite häufig durch Weitergabe an Großbanken und Finanzdienstleister, die daraus Konstrukte für Anleger basteln. Wenn nun der Schuldner am Ende der Kette Probleme bekommt und seine Raten nicht mehr bedienen kann, schlägt das letzten Endes auch auf die Großen durch. Durch die enge Verknüpfung der internationalen Finanzmärkte gerieten auch deutsche Bankinstitute in den Sog der Subprime-Krise. Das Segment für Kreditvergabe an Kunden höherer Bonität wird Prime-Market genannt.

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BRIC-Staaten
Die Abkürzung BRIC steht für Brasilien, Russland, Indien und China und bezeichnet die vier rasant aufstrebenden Schwellenländer, die sich durch ihr außerordentlich dynamisches Wirtschaftswachstum auszeichnen. Diese Länder schließen mit Riesenschritten zu den großen Industrienationen auf. Für Investoren bieten die Aktienmärkte der Schwellenländer, die sog. Emerging Markets, interessante Anlagechancen. Gelegentlich liest man auch die Schreibweise BRICK; in diesem Fall wird Korea (Südkorea) in den Kreis der BRIC-Staaten mit einbezogen.

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BaFin
Die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) ist eine Aufsichtsbehörde des Bundes. Sie wacht über Stabilität, Funktions- und Zahlungsfähigkeit der deutschen Banken, Versicherer Finanzdienstleister sowie den Wertpapierhandel.

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Leitzins
Der Leitzins wird von der Europäischen Zentralbank festgesetzt. Er bestimmt, zu welchem Zinssatz sich Kreditinstitute bei der Zentralbank Geld leihen können. Der Leitzins ist ein wichtiges Instrument zur Steuerung der Geldpolitik, da er Auswirkung auf Inflation und Preisstabilität hat. Veränderungen des Leitzinses wirken sich auf Sparzinsen ebenso aus wie auf Darlehenszinsen: Wenn er angehoben wird, steigen diese, wenn er gesenkt wird, fallen sie.

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Abgeltungssteuer
Nach Plänen der Bundesregierung sollen alle Erträge aus Kapitalanlagen (also Zinsen, Dividenden, Kursgewinne) zukünftig pauschal besteuert werden. Diese so genannte Abgeltungssteuer in Höhe von 25% plus Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag würde ab 1.1.09 alle bisherigen Sonderregelungen, Freibeträge etc. ersetzen. Da die Abgeltungssteuer von der Bank direkt einbehalten und an das Finanzamt abgeführt werden würde, erhofft sich der Bund dadurch höhere Einnahmen. Das vereinfachte System soll zudem den Verwaltungsaufwand der Finanzbehörden reduzieren. (Stand: Mai 2007)

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Karma-Kapitalismus
Trendbeobachter prognostizieren, dass unser Wirtschaftsleben sich in einem grundlegenden Wandel befindet: weg vom reinen Gewinnstreben und hin zu einem werte-orientierten, sozial, ethisch und ökologisch verantwortlichen Handeln, bei dem Profit und Moral miteinander versöhnt sind. Diese neue Form der Wirtschaftsethik wird als Karma-Kapitalismus bezeichnet. Karma ist ein Begriff aus dem Hinduismus und bedeutet, dass jedes Handeln Konsequenzen hat – wenn nicht in diesem, so im nächsten Leben. Paradebeispiel für einen Vertreter des Karma-Kapitalismus ist der Friedensnobelpreisträger 2006, Muhammad Yunus. Er führt in Bangladesh eine Bank, die Kleinstkredite an Arme vergibt, damit diese sich eine Existenz aufbauen können (Grameen Bank).

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REITs
REIT ist die Abkürzung für „Real Estate Investment Trust“. Dabei handelt es sich um Immobilien-Aktiengesellschaften, die an der Börse notiert sind; Anleger können Anteile daran kaufen und verkaufen. Dieses Anlageinstrument ist weltweit seit Jahren ein gängiger Standard. In Deutschland hat der Bundestag die Einführung von REITs im Frühjahr 2007 rückwirkend zum 1.1.07 zugelassen. REITs sind aber nicht nur für Investoren interessant, sondern auch für Unternehmen: Diese können ihren Immobilienbesitz in REIT-AGs einbringen und auf diesem Wege Kapital mobilisieren; zudem sind REITs steuerbegünstigt.

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Corporate Governance Kodex
(Corporate Governance = engl. für Unternehmensführung) Der Corporate Governance Kodex ist ein Regelwerk für die Leitung und Überwachung börsennotierter deutscher Aktiengesellschaften. Darin werden die geltenden gesetzlichen Bestimmungen dargestellt und darüber hinaus international gültige Standards für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung formuliert, letzteres in Form von Anregungen und Empfehlungen. Die Einhaltung des Kodex’ ist nicht zwingend vorgeschrieben, jedoch müssen Unternehmen, die darauf verzichten, die Gründe dafür öffentlich darlegen. Der Kodex wurde 2002 von einer Regierungskommission im Auftrag des Bundesjustizministeriums erarbeitet und verabschiedet. Anlass war die wachsende Kritik in- und ausländischer Investoren an der mangelnden Transparenz bei der Führung deutscher Aktiengesellschaften.

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ifo-Geschäftsklimaindex
Das ifo Institut für Wirtschaftsforschung in München befragt jeden Monat 7.000 Unternehmen aus Handel und Gewerbe über ihre Auftragslage und ihre Erwartungen für das kommende Halbjahr. Daraus wird der Geschäftsklimaindex berechnet. Er wird monatlich veröffentlicht und ist ein wichtiger Indikator dafür, wie sich die Konjunktur (Wirtschaftslage) in Deutschland entwickelt. Vor allem die Börse verfolgt den Geschäftsklimaindex genau.

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Defizitquote
Im Februar 2007 hat das Statistische Bundesamt bekannt gegeben, dass die deutsche Defizitquote im vergangenen Jahr nur noch 1,7% betrug. Damit ist gemeint: Wenn im Bundeshaushalt mehr ausgegeben als eingenommen wird, entsteht ein Defizit. Um das auszugleichen, werden Kredite aufgenommen (= „Neuverschuldung“). Die Defizitquote gibt an, wie hoch die Neuverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ist, und zwar ausgedrückt in Prozent. Für alle Mitglieder der Europäischen Währungsunion ist im Maastrichter Vertrag festgelegt worden, dass die nationale Defizitquote höchstens 3% vom jeweiligen Bruttoinlandsprodukt betragen darf. Damit soll die Stabilität von „Euroland“ gesichert werden. Mit der aktuellen Defizitquote von 1,7% erfüllt Deutschland zum ersten Mal seit 2001 wieder diesen Stabilitätspakt.

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